Die
Bliesdruckerei ist insolvent
Blieskasteler
Traditionsunternehmen kämpft um Weiterführung des Geschäfts
Massiver
Konkurrenzdruck, ein säumiger Großkunde und die
Wirtschaftskrise führten dazu, dass die Bliesdruckerei
aufgeben musste. Nun wird mit Hilfe eines Insolvenzverwalters
an einem Konsolidierungsplan gearbeitet.
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Blieskastel.
Es wurden bereits
Gerüchte gestreut, und irgendeiner hatte immer mal wieder
etwas gehört, aber seit einigen Tagen ist es öffentlich: Die
Kubbli-Gruppe, besser bekannt unter dem Namen Bliesdruckerei,
ist insolvent. "Druckerei ist ein sehr schnelles Geschäft
mit hartem Konkurrenzkampf", hatte Geschäftsführer
Peter Laarmann noch im November 2007 in einem Bericht der Saarbrücker
Zeitung über seine Firma ausgeführt.
Arbeitsplätze
abgebaut
Nun
ist die Kubbli-Gruppe selbst dem harten Konkurrenzdruck zum
Opfer gefallen. Schon im Dezember, so war zu hören, sei die
Belegschaft informiert worden. Aber irgendwie ging es dann
immer weiter. Von den früheren etwa 120 Arbeitsplätzen waren
schon etliche abgebaut worden. Aber dann war nichts mehr zu
retten: Am 2. Februar wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.
Aus
der Firma selbst war keine Stellungnahme zu erhalten. Aber
Insolvenzverwalter Günter Staab aus Saarbrücken erläuterte
im Gespräch mit unserer Zeitung: "Insgesamt war es auch
eine Folge der Wirtschaftskrise. Der Konkurrenzdruck ist
erbarmungslos, da wurden sogar Arbeitskräfte abgeworben.
Insgesamt ließen die Aufträge auf sich warten. Entweder
wurden Druckerzeugnisse eingespart, oder die Bliesdruckerei
wurde von Konkurrenten gnadenlos unterboten. Die gesamte
Branche leidet unter einem enormen Preisverfall", so der
Rechtsanwalt aus Saarbrücken.
Auch
seien einige Firmen dazu übergegangen, ihre Druckerzeugnisse
selbst herzustellen.
Erschwerend kam bei der Bliesdruckerei noch hinzu, dass es
einen säumigen Großkunden gab, so dass die Firma Außenstände
von rund 400 000 Euro nicht eintreiben konnte. Das alles
führte dann am Ende zur Insolvenz. "Es ist sehr
bedauerlich, ja ein Drama, was da mit der Bliesdruckerei
passiert", zeigte sich auch Bürgermeisterin Annelie
Faber-Wegener sehr betroffen von den Vorgängen. Die
Bliesdruckerei sei schließlich ein alteingesessenes,
wichtiges mittelständisches Blieskasteler Unternehmen und
zudem ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Das Unternehmen
habe einen guten Namen weit über Blieskastel und die Region
hinaus. Und für die Arbeitnehmer der Bliesdruckerei ist die
Entwicklung sehr bedauerlich, sei doch das Unternehmen unter
den Gebrüdern Jung vor nicht allzu langer Zeit schon einmal
in die Insolvenz geschlittert.
Aber
es zeichnet sich offensichtlich eine Lösung ab: Wie Günter
Staab bereits vor Tagen mitteilte, habe man mit einer
Belegschaft von etwa 50 Mitarbeitern das Unternehmen
konsolidieren können. "Wir schreiben nach erfolgreichen
Rationalisierungsmaßnahmen jetzt wieder schwarze
Zahlen", konnte der Jurist vermelden. Man führe
Verhandlungen mit der Hausbank, um eine Weiterführung des
Traditionsunternehmens zu gewährleisten.
Hoffnung
für die Zukunft
Und
gestern gab es dann eine erfreuliche Meldung: "Die
Verhandlungen liefen sehr positiv. Wir können davon ausgehen,
dass spätestens bis zum 1. September eine Auffanggesellschaft
gegründet werden kann. Das letzte Wort ist da zwar noch nicht
gesprochen, aber man darf durchaus optimistisch sein", so
Günter Staab.
Die
Kubbli-Gruppe besteht übrigens aus der Bliesdruckerei und der
Kubus GmbH, einer Firma für Verpackungen. Beide
Unternehmensteile waren von der Insolvenz betroffen.
Saarbrücker Zeitung, Beitrag vom: 01.07.2010, 00:04
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